Topaktuelle Zürich – Nachricht: Wem gehört die Stadt?

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Die 24-.Stunden-Spassgesellschaft geht auf Kosten der Anwohner.

Die 24-.Stunden-Spassgesellschaft geht auf Kosten der Anwohner.

Das Züri-Fäscht steht wieder an und wieder steht die Frage im Raum, ob die Anwohner in der Innenstadt einfach mit dem Ausnahmezustand bei Grossanlässen leben müssen.

Natürlich ist es in den Jahren, in denen die Zürcher sowohl Street Parade wie auch das Züri-Fäscht aushalten müssen, speziell unangenehm. Aber das ist ja nicht die einzige Belastung. Das Seebecken ist auch ohne Grossanlässe jedes Wochenende die Freiluft-Partymeile der ganzen Region. Dreck, Randale und Lärm gehören vom ersten sonnigen Tag an zum Seeufer.

Und hier stellt sich auch die grundsätzliche Frage: Wem gehört die Stadt? Wer bestimmt wie über die Nutzung und die Beschränkungen im öffentlichen Raum? Es ist übrigens nicht nur das Seebecken, auch rund um die Langstrasse findet die Diskussion statt, wie viel von den Folgen der Party-Unternehmen und der 24-Stunden-Spassgesellschaft die Anwohner mit ihrer Lebensqualität mitfinanzieren müssen. Züri Fäscht, Street Parade, Sechsiläuten, Dörflifest, Caliente – jedes für sich wäre auszuhalten. Aber alles zusammen, und die zusätzliche Belastung an jedem einzelnen Wochenende, kann zu einer Überdosis führen.

Die ziemlich arrogante Antwort «Dann zieht doch weg, wenns euch zu laut und zu dreckig ist», zeigt, wie viel Respekt den Leuten, die ihren Lebensraum mit den Spass-Wirtschaftern teilen, entgegengebracht wird.

Das Grundverständnis vom öffentlichen Raum unterscheidet sich bei den verschiedenen Interessengruppen immens: Für die Einen ist es der Vorgarten, der Heimweg, die Nachbarschaft. Bei den Anderen handelt es sich um ihre persönliche Markthalle, um den erweiterten Club, um einen Raum, den man benutzt und dann wieder verschwindet. An Grossanlässen benutzen die Besucher die Stadt als Toilette, Ballermann-Strand und Kotzmeile. Und natürlich immer als Abfalleimer – nach mir die Sintflut.

Natürlich ist die Stadt nicht nur Wohnraum. Ein Teil der Anziehung von Zürich kommt aus dem kulturellen Angebot. Aber es geht auch um das Zusammenleben. Und da die Anwohner weder an die Verkaufsstände an den Volksfesten pinkeln, noch in die ihre eigenen Vorgärten kotzen oder Flaschen und Scherben in die Clubs bringen, ist es vorallem eine Frage des Respekts.

Die Anziehung der Stadt wirkt ja nicht nur auf die Leute, die dann wirklich in die Stadt ziehen und da leben. Sie wirkt in erster Linie auf Spasspendler, auf Leute, die die Vorteile einer urbanen Umgebung nutzen wollen, aber dann wieder abdüsen und ein paar Zehnernötli und einen Haufen Dreck in der Stadt zurücklassen. Kindern würde man ein Fernsehverbot oder Zimmerarrest geben, wenn sie das gemeinsame Wohnzimmer so hinterliessen oder mit Lärm und Streit die Nachbarn stressen. Und Kinder hat man ja nicht zu Tausenden im Wohnzimmer.

Es ist natürlich auch eine Frage des steitigen Wachstums und der Verhältnismässigkeit. An einem normalen Wochenende kommen bis zu 50 000 Menschen zu ihrem Vergnügen in die Stadt, an der Street Parade sind es rund eine Million, am Züri-Fäscht bis zu zwei Millionen. Das ist einfach zu viel für eine Stadt mit 400 000 Einwohnern, vor allem wenn man bedenkt, dass vor allem zwei Quartiere die Spasslast tragen müssen.

In meinen Augen geht das Recht der Anwohner vor. Die Spasslawine mit ihrem ausufernden, negativen Impact auf die Wohnqualität sollte eingeschränkt werden.

Was meint ihr? Bin ich einfach eine Spassbremse oder hat die Lebensqualität der Anwohner wirklich Vorrang vor den konsumgeilen Spasstouristen?

Der Beitrag Wem gehört die Stadt? erschien zuerst auf Stadtblog.


Klick HIER: zum interessanten Eheringe Report Wem gehört die Stadt?

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/04/08/giga-party-im-vorgarten/Wem gehört die Stadt?

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema Kunst voll und ganz gerecht zu werden.

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