Aus Zürich – aktuelle Neuigkeit: Nightlife-Aufstand in Sydney

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

In Sydney gehen die Leute gegen die Ausgangssperre auf die Strasse.

In Sydney gehen die Leute gegen die Ausgangssperre auf die Strasse. (Bild: The Guardian)

Auch wenn Petrus noch nicht so recht mitspielen möchte: Die Zürcher Outdoor-Partysaison ist eröffnet. Mit einem kleinen Fest in der Allmend ist auch bereits die erste illegale Freiluftparty über die Bühne, wobei sich nach kurzer Zeit auch die Zürcher Stadtpolizei zu den Gästen gesellte. Die Ordnungshüter zeigten sich jedoch sehr nach- und umsichtig, sodass selbst der Veranstalter, der aus nachvollziehbaren Gründen unbekannt bleiben möchte, ins Schwärmen gerät: «So nette Polizisten darf die Stadt also jederzeit und gerne vorbeischicken».

Das Verhältnis zwischen Nachtleben und Stadtverwaltung ist derzeit ein entspanntes. Selbst wenn sich die Club- und Partymacher über den Transfer des Bewilligungsverfahrens vom Polizei- zum Baudepartement aufregen, auch wenn in Zürich die Anliegen der Anwohner immer noch viel stärker gewichtet werden als jene der Clubschaffenden und auch wenn Exponenten der städtischen Jungparteien einen Verein Pro Nachtleben gründen, so beklagt man sich hier doch (noch) auf verhältnismässig hohem Niveau. Um festzustellen wie hoch dieses Niveau tatsächlich ist, lohnt es sich derzeit einen Blick auf die australische Metropole Sydney zu werfen. Dort kämpfen die Clubbetreiber seit einigen Jahrzehnten mit einer Gentrifizierung, die mittlerweile beinahe alle Freiräume in der Innenstadt zerstört hat.

Dem Nightlife in Sydney hat aber etwas anderes das Genick gebrochen und zwar die im Frühjahr 2014 eingeführten Lockout Laws (Aussperrungsgesetze): Ab halb 2 morgens dürfen die Bars, Clubs und Pubs keine neuen Gäste mehr einlassen und ab drei Uhr morgens darf kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Ursprung dieses Gesetzes waren Schlägereien mit Todesfolge, bei denen die Involvierten alkoholisiert waren.

Die Einführung der Lockout Laws hatten fatale Folgen für das Nachtleben Sydneys: Die Einnahmen aus Livekonzerten sind um 40% zurückgegangen und Clubbesitzer mussten gleich reihenweise aufgeben. Das Nachtleben hat sich in die Illegalität und in leer stehende Fabriken und Gewerbegebäude im Westen Sydneys zurückgezogen, die nicht über die nötige Infrastruktur verfügen und schon gar nicht über akzeptable Fluchtwege für hunderte Partygäste. Mit dem wachsenden Unmut wurden die Lockout Laws zum beherrschenden Thema in den örtlichen Medien und die Jugend begann in Massen auf die Strasse zu gehen. Dies wiederum rief dann die ausländischen Medien auf den Plan, die ein Bild Sydneys als kulturlosen Hort der Langeweile zu skizzieren begannen – ein erheblicher Imageverlust und ein Grund für die Oberbürgermeisterin Sydneys Clover Moore Projektgruppen ins Leben zu rufen, um der Situation Herr zu werden.

Im Vergleich dazu sind die Themen die an Richard Wolffs Nachtleben-Roundtables besprochen werden ziemliche Leichtgewichte. Dennoch wären die Teilnehmer an diesen Tischen gut beraten, wenn sie die Ereignisse Sydney und deren Ursachen einmal genau unter die Lupe nehmen würden, denn auch in Zürich leidet die Kultur unter der Gentrifizierung und auch hier wird mit neuen Gesetzen der Clubkultur Steine in den Weg gelegt – wehret den Anfängen!

Alex-Flach2-150x150Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

 

Der Beitrag Nightlife-Aufstand in Sydney erschien zuerst auf Stadtblog.


Klick HIER: ZUM LESENSWERTEN EHERINGETEXT Nightlife-Aufstand in Sydney

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/04/18/nightlife-aufstand-sydney/Nightlife-Aufstand in Sydney

Wir sind schon sehr auf den nächsten Artikel zu diesem Thema gespannt!

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