Aus Zürich – aktuelle Neuigkeit: Oskar bei den Ideologen

Ein lesenswerter Artikel zum Thema “Zürich”

Le conseiller d'Etat VS Oskar Freysinger s'exprime lors de la conference de presse sur les sondages du corps enseignant valaisan ce jeudi 20 fevrier 2014 a l'Espace Porte de Conthey a Sion. (KEYSTONE/Olivier Maire)

In Buch Nummer 14 bezeichnet er die Schweiz als «vierte Dimension»: Oskar Freysinger. Foto: Olivier Maire (Keystone)

Er hat sein vierzehntes Buch verfasst: Oskar Freysinger, Walliser Bildungsdirektor und Vizepräsident der SVP Schweiz. Der Titel des 90-Seiten-Bandes: «Das Schweizer Heilmittel. Antigone bei den Helvetiern». Freysinger legt eine Liebeserklärung an sein Land vor, das nichts anderes sei als «eine vierte Dimension, ein metaphysisches Modell». Der SVP-Vize zitiert Goethe, Rilke, Thukydides und schlägt den Bogen von Sophokles’ Drama «Antigone» zu seiner Sicht der Schweiz: Wie bei der Dramenfigur triumphiere hierzulande Pragmatismus über Ideologie – Antigone begräbt ihren Bruder, obwohl dies dem Gebot des Königs widerspricht. Am Schweizer Wesen, so die Botschaft des Buches, soll die Welt genesen.

Bemerkenswert an Freysingers neustem Elaborat ist, dass sein Verfasser mit beharrlicher Impertinenz für das Gegenteil der von ihm besungenen Werte eintritt. Denn allem schwärmerischen Gedöns zum Trotz: unschweizerischer als Freysinger geht nicht. Es gibt keinen anderen national bekannten Politiker, der sich derart bei gewalttätigen und undemokratischen Ideologien des 20. Jahrhunderts anbiedert.

So förderte eine TV-Reportage zutage, dass bei Freysinger zu Hause die Reichskriegsflagge hängt. Die vom Deutschen Reich bis 1918 und später von nationalsozialistischen Stosstrupps verwendete Flagge ist ein Symbol von Neonazis. Der frühere Deutschlehrer will davon nichts gewusst haben; er habe die Flagge «aus rein ästhetischen Überlegungen» erworben.

Durchs Band ziehen sich solche Ausfälle: Freysinger relativiert den Völkermord an den Armeniern («Vielleicht hat es stattgefunden, vielleicht nicht»), stellt einen Freund als Kommunikationsberater ein, der den Genozid von Srebrenica leugnet, und erklärt selber: «Man spricht immer von einem Genozid. Aber das waren keine Frauen und Kinder, die da massakriert worden sind, sondern Männer, die meisten davon in Kampfhandlungen. Man hat das aufgebauscht.»

Das Internet ist voll von Videos, die Freysinger einem Wanderprediger gleich als Redner bei Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern zeigen. Seine jüngste Reise führte ihn nach Moskau. Am Staatsfernsehen lobte der Walliser Putins Politik («Russland zeigt uns einen neuen Weg, einen richtigen Weg») und erklärte danach dem «Blick»: «Die Menschen in Russland sind viel freier als in Westeuropa.» Dabei trug Freysinger am Jackett das Sankt-Georgs-Band – einen Orden aus dem Zweiten Weltkrieg, den heute auch Befürworter der völkerrechtswidrigen Krim-Annexion tragen. Wiederum will Freysinger von dieser Bedeutung nichts gewusst haben.

Man fragt sich, während man dem einschlägigen Schweizer Exportschlager beim Interview auf dem Roten Platz zusieht, welchem Despot, welcher Ideologie er seine nächste Aufwartung macht. Und weshalb es für Ausfälle solcher Art in unserem Politbetrieb keine Schmerzgrenze gibt. In jedem anderen westlichen Land wäre es mit der Karriere eines Politikers vorbei, der sich eine Reichskriegsflagge in die Wohnung hängt. In der Schweiz wird er Vizepräsident der grössten Partei.

Der Beitrag Oskar bei den Ideologen erschien zuerst auf Politblog.


Click: zur lesenswerten Quelle Oskar bei den Ideologen

http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/65429/oskar-bei-den-ideologen/Oskar bei den Ideologen

Hoffentlich gibt es bald wieder einen Artikel zu diesem Topic.

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