Nachricht aus Zürich: Der neue Trend heisst «Mani pulite»

Fundierter Bericht, das Lesen lohnt sich.

Schaad Märkli bellevue StehsatzAutor: Thomas Wyss

Konfuzius sprach: «Wer alles glaubt, was er liest, sollte besser aufhören zu lesen.» Ja, da wären sie mal wieder, die weisen Worte meines Lieblingschinesen.Konfuzius Natürlich vermutet der Kenner, dass es heute – so wie immer, wenn Konfuzius den Eröffnungspsalm spricht – um einen unbekannten Zürcher Wallfahrtsort geht. Dem ist aber ausnahmsweise nicht so. Nein, die Weisheit wird dazu benötigt, um ein brisantes Thema anzuvisieren: die Manipulation der Öffentlichkeit!

Sie ist in dieser Stadt genauso populär und verbreitet wie überall sonst. Allerdings, und das ist wahrscheinlich eine Weltneuheit, ist bei uns immer öfter zu beobachten, dass viele dieser Manipulationen von den Manipulatoren selbst «entblösst» werden – und zwar, noch bevor sie ihre volle Wirkung entfalten können. Es existiert auch bereits ein origineller Name für den Trend, er lautet «Mani pulite». Die Manipulation schwingt im Wortklang mit, bedeuten jedoch tut es – und das ist ziemlich keck – «saubere Hände» oder sinngemäss: «weisse Weste» (geprägt wurde der Ausdruck in Italien anlässlich der juristischen Untersuchungen in den 90er-Jahren gegen Korruption, Amtsmissbrauch etc.).

Die Idee des Trends ist offensichtlich: Mit der rechtzeitigen Offenlegung der wahren Tatsachen wird das Feuer – oder im Kontext passender: der menschliche Furor – im Keim erstickt; der Polteri, der sich danach noch immer nervt, wird flugs zum Peino. Daran ist auch zu erkennen, dass die Sache weniger mit dem in der Regel bedrohlich hohen Zürcher Moralinpegel zu tun hat, vielmehr ist es eine zeitgeistige Spielerei, eine Art fingiertes «Räuber und Poli» für Erwachsene.

Was allerdings nicht bedeutet, dass alle, die es spielen, auch talentiert sind. Eher dümmlich war jüngst der Versuch eines italienischen Restaurants an der Zentralstrasse, mir und meinem Kumpel auf der Rechnung die Vorspeisen als zweite Hauptspeisen verkaufen zu wollen. Am anderen, smarten Ende der Skala angesiedelt ist dagegen die Nummer zweier ZHDK-Studis, welche die Medien und die Stapo wochenlang mit der erfundenen, aber perfekt durchorchestrierten Story eines illegalen Gokart-Rennens auf Trab hielten, das (vermeintlich) am 10. Juni hätte stattfinden sollen – bis sie diese Woche verkündeten: Ha, eine Finte! Sie hätten bloss für ihre Bachelorarbeit aufzeigen wollen, wie man einen urbanen Mythos kreiere und wie gross die Panik der Social-Media-Jünger sei, einen wohl geilen Event zu verpassen. Statt die beiden nun zu büssen, sollte man ihnen für ihr tolles Mockumentary den «Goldenen Gokart»Goldener_Gokart verleihen.

Bene, und damit zu meinem eigenen «Mani pulite»-Versuch. Der geht so: Ich empfehle der werten Leserschaft unbedingt die (kostenlose!) Teilnahme am grandios unterhaltsamen Euroquiz «Calvadrôme» des Le Calvados Bar sportif am Idaplatz. Man braucht kaum Fussballwissen, und es gibt krasse Preise zu gewinnen, unter anderem vier (bestimmt extrem begehrte) VIP-Tickets für ein FCZ-Heimspiel in der Challenge League! So, und bevor Sie nun auch nur ein Kreuzchen gesetzt haben, das Geständnis: Ja, ich habe proaktiv an diesem Quiz mitgearbeitet, die Fragen stammen von mir. Voilà, jetzt dürfen Sie voller Enthusiasmus mitmachen – oder voller Empörung darauf verzichten.

Der Beitrag Der neue Trend heisst «Mani pulite» erschien zuerst auf Stadtblog.


Hier: zum spannenden Text Der neue Trend heisst «Mani pulite»

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/06/04/der-neue-trend-heisst/Der neue Trend heisst «Mani pulite»

Der Autor hat mit diesem Artikel gute Arbeit geleistet!

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