Betrifft Zürich: Velostrassen für Weicheier

Sehr fundierter Artikel, die für das Lesen investierte Zeit lohnt sich für alle die sich für Zürich interessieren.

Lasst sie nur kommen!

Lasst sie nur kommen!

Ein paar von diesen linksgrünen Kuschelpolitikern wollen in der Stadt eine Art  Schutzgebiet für Velofahrer einrichten. Strassen, in denen Velofahrer besonders geschützt sind und natürlich diese sogenannten Velowege. Und natürlich haben die Autolobby und die Benzinjunkies gleich aufgeheult. Und ich als Hardcore-Biker bin für einmal völlig ihrer Meinung.

Ich meine, wo bleibt denn da der Spass? Nur schon an den Kreuzungen. Wo soll ich mich abstützen, während ich mit einer Hand meinen Soundtrack für die Kopfhörer auf dem Handy programmiere, wenn da keine BMWs neben mir halten? Soll ich auf den Anblick der unsicheren Gesichter verzichten, wenn die Autofahrer neben mir nicht wissen, in welche Richtung ich mein Velo losschiessen lasse, kurz bevor es grün wird? In welchen Rückspiegeln soll ich denn meine coole Frisur überprüfen, wenn die Autos nicht mehr in meine Nähe kommen? Es macht einfach keinen Spass, wenn man nicht zwischen den stehenden Autos hindurch Abkürzungen nehmen und den frustrierten Pendlern in ihren Blechkisten den Finger zeigen kann.

Aber selbst wenn ich kaum je an einer Kreuzung halte, sondern  immer bei Rot zwischen dem Verkehr hindurchbrettere, wäre der Verlust vom Anblick von roten Köpfen nahe an einem Herzinfarkt eine herbe Einbusse in meiner Lebensqualität. Auch würde ich das vergnügliche  Slalomfahren zwischen betagten Fussgängern auf dem Trottoir ausserordentlich vermissen. Das knappe Bremsen mit quietschendem Gummistrich, um Kinderwagen in der Fussgängerzone auszuweichen, hat mir schon ein paar Mal den Tag versüsst.

«Die Velostrassen und die Velowege sind zum Schutz der Velofahrer da!», meinen dann diese Weicheier. Ich bin kein Opfer! Ich habe extra Fahrradschuhe. Ähnlich wie Fussballschuhe, einfach mit den Nägeln an der Seite, um all die Autos abzuwehren, die mir wirklich zu nahe kommen.  Auf meinem Bike klebt ein Sticker mit «Ride to Kill!» und daheim hab ich eine Sammlung toter Rückspiegel, die ich in vollem Gallopp erbeutet habe. Ein paar Mercedessterne von früher sind auch dabei, und ein ganzer Wald kleiner Gummiantennen. Ich muss mir auch keine rechtlichen Sorgen machen. Kommt mir so eine Blechbüchse zu nahe, leg ich mich einfach mit dem Rad hin und verklage den Autofahrer wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs. Ich bekomme immer Recht. Weil ich David bin und der Benziner Goliath. Und wie wir alle wissen, hat David gewonnen.

Es ist ein Dschungel da draussen und nur die Fittesten überleben. Ich bin gerüstet. Jetzt Schutzzonen da draussen einzurichten, verfälscht die Kräfteverhältnisse. Wir Biker müssen uns nicht ducken, wir müssen aufrüsten und noch härter zuschlagen, wir müssen uns zusammenrotten und die Strassen zurückerobern. Bis die Autofahrer freiwillig den Städten fernbleiben. «Kein Radbreit den Automobilisten!» schreie ich da und stürze mich in den Verkehr!

Oder vielleicht doch lieber bessere Velowege und einige Velostrassen? Was meint ihr,  liebe Automobilisten?

Der Beitrag Velostrassen für Weicheier erschien zuerst auf Stadtblog.


Click: ZUM UMFASSENDEN ORIGINALTEXT Velostrassen für Weicheier

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/08/10/velostrassen-fuer-weicheier/Velostrassen für Weicheier

Der Verfasser hat das Topic kurz und doch umfassend beschrieben.

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