Aus Zürich – aktuelle News: Der totale Mario

Dieser Artikel bringt Licht ins Zürcher Dunkel!

Er beschützt uns alle. Tag und Nacht, ich schwör!

Er beschützt uns alle. Tag und Nacht, ich schwör!

Einer will kommen und uns retten. Er will die totale Sicherheit. Er will Menschen mit einem gewissen Status die Bewegungsfreiheit einschränken, sie präventiv und ohne Anklage und Urteil in einem Rayon einschliessen (früher nannte man sowas «Ghetto»). Er will abgewiesenen Asylbewerbern auf Vorrat die Bewegungsfreiheit nehmen, obwohl dass Ausschaffungsprozedere bereits juristisch geregelt ist. Zur Begründung bringt er ein Beispiel, das aus allen abgewiesenen Asylbewerbern potentielle Drogendealer macht. (Nachzulesen hier)

Der Mann will auch noch eine Kleidervorschrift für eine religiöse Minderheit (früher nannte man das … ach, lassen wir das)Er will das Burkaverbot, weil er für uns offenbar eine Gefahr in gefühlten 50 verschleierten Muslima im Kanton ausgemacht hat. Auch dies auf Vorrat, da mir persönlich kein Fall von Staatsgefährdung, Terrorismus oder nur schon Ladendiebstahl durch eine verschleierte Frau bekannt wäre.

Aber das reicht noch nicht. Er will die totale Überwachung jeglicher Kommunikation durch den Staat, sprich, durch seine Leute. Er will die Instrumente dazu so dringend, dass er nicht mal die neue Gesetzgebung abwarten konnte, bis er sie (bei Betrügern) einkaufte und sie in einem juristischen Graubereich einsetzte. Ein Trojaner, der – wie auch alle kriminellen Hacker – Hintertüren und Fehler in Software ausnutzt, anstatt sie sicherer zu machen.

Das ist unser Supermario – Mario Fehr, der «linke» Sicherheitsdirektor. Also, links nennt er sich selbst, und sein Parteibüchlein von der SP soll das auch beweisen. Aber eigentlich kümmerts mich nicht, wie sich jemand nennt oder einschätzt. Ich beurteile einen Mann nicht nach seinem Parteibüchlein, sondern nach seinen Handlungen und Äusserungen.

Er handelt sicher nicht im Stile der SP. Das ist auch nicht irgendwie linksliberal. Sowas grenzt an einen inneren Zwang zur Sicherheit. Auf Kosten der Freiheit.

Manche würden ihm jetzt vorwerfen, er sei nach rechts gerutscht, vielleicht, um sich neue Fans und Wähler zu sichern. Aber das ist es nicht. Ich denke, der Mario leidet unter einer Deformation professionelle. Er sieht sich als Sicherheitsdirektor als Übervater, der alle seine Kinderchen beschützen muss. Wahrscheinlich kann er nachts nicht schlafen, wenn er sich vorstellt, was uns alles von jedem drohen könnte. Ich nehme an, er kriegt Schnappatmung, wenn er in einem Bahnhof einem Bärtigen oder einer Verschleierten begegnet. Wahrscheinlich sieht er in jedem Pokemon-Jäger mit Smartphone eine potentielle Datendrehscheibe für den IS.

Nun, die totale Sicherheit gibts nur in totalitären Systemen. Und Mario Fehr ist uns dahin zwei Schritte voraus, immer ganz knapp am Rande der Legalität: Ein ausgesprochenes Bewegungsverbot wurde bereits von einem Gericht kassiert. Und im Fall des fragwürdigen Einsatzes des Staatstrojaners hat eine selbst in den Fall involvierte Behörde es nicht für nötig befunden, eine Untersuchung durchzuführen.

Irgendwer aus seiner Partei sollte dem Sicherheitsdirektor vielleicht klar machen, dass er nicht alle einsperren, ausspionieren oder einem Kleiderzwang unterziehen kann, um die freiheitliche Demokratie zu retten. Jemand sollte ihm sagen, dass er so die freiheitlich-demokratischen Werte ad absurdum führt. Jemand müsste ihn unbedingt beiseite nehmen und ihm einmal die sozialdemokratische Grundidee vorbeten.

Aber wahrscheinlich würde er nur wieder beleidigt sein Parteibüchlein für ein paar Tage zurückgeben. Und die Genossen würden sich so davor fürchten, das Amt des Sicherheitsdirektors aus dem Parteirepertoire zu verlieren, dass sie ihm wieder nachhöselen würden. Die Linke hatte immer Beisshemmung, wenns um eine ihrer Ikonen ging. Diesmal haben sich sogar einige zu zögerlicher Kritik hinreissen lassen. Aber hier steht die ganze Glaubwürdigkeit sozialdemokratischer Politik  auf der Kippe. Mal sehen, was von den Genossen in den nächsten Tagen und Wochen noch so kommt.

Irgendwie bin ich froh, dass ich kein Parteimitglied bin. So kann ich meinen Prinzipien treu bleiben, ohne mich für Ämter und Würden zu verkaufen. Und meine Freunde können mir klar ins Gesicht sagen, wenn ich Scheisse baue.

Natürlich wird Herr Fehr sich bei meinen Vorgesetzten über meinen respektlosen Ton beschweren. Er wird, wie beim letzten Post, für eine Weile nicht mehr mit dem Tages Anzeiger sprechen. Deshalb gleich hier: Eine Carte Blanche für Herrn Mario Fehr, mit der er sich hier im Stadtblog ohne Probleme meiner Einschätzung entgegenstellen kann.

Der Beitrag Der totale Mario erschien zuerst auf Stadtblog.


Klick HIER: zur umfassenden Quelle des Textes Der totale Mario

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/08/11/der-totale-mario/Der totale Mario

Ausgezeichnet verfasster Bericht, davon lesen wir gerne mehr!

Advertisements
Tagged with: , , , ,
Posted in Zürich: Top aktuell

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: