Frisch aus Zürich – topaktuell: Ein Haifischbecken

Ein lesenswerter Bericht zu Zürich.

Der Vorhang ist gefallen: Kings Club musste schliessen.

Der King’s Club erlebt gerade turbulente Zeiten.

Die Bar- & Club Kommission Zürich BCKZ hat eine Schätzung der Wirtschaftszahlen ihrer Mitglieder bezogen auf das Jahr 2014 veröffentlicht. Insgesamt 37 der BCK angeschlossenen Betriebe (18 Bars und 19 Clubs) haben sich an dieser Erhebung beteiligt und ihre Bücher des besagten Rechnungsjahres offengelegt.

Die auf diese Weise ermittelten Zahlen wurden auf die am Stichtag im Januar 2016 aktiven BCK-Mitglieder hochgerechnet, insgesamt 60 Bars und 34 Clubs. Unter dem Strich prangen stattliche Zahlen: Das aufs Numerische reduzierte Zürcher Nachtleben des Jahres 2014 bestand aus 3,88 Millionen Gästen, 198 Millionen Franken Jahresumsatz, 9’660 Kulturveranstaltungen, 18‘804 Artisten-Bookings und 2‘835 Angestellten.

Diese Zahlen sind nur mit Vorsicht zu geniessen: Der BCK sind längst nicht alle Exponenten der Zürcher Nachtgastronomie angeschlossen. An der Hochrechnung hat sich weniger als die Hälfte der BCK-Mitglieder beteiligt. Es wird auch nicht ausgewiesen, welche Bars und Clubs ihre Zahlen offengelegt haben und wie das Missverhältnis zwischen den an der Erhebung beteiligten Lokale (51% Clubs) und der tatsächlichen Summe der BCK-Mitglieder (nur 36% Clubs) bereinigt wurde. Trotzdem lässt sich mit diesem Rechenspiel das Fazit der Begleitbroschüre unterstreichen: «Die Bedeutung des Nachtlebens als Kultur- und Wirtschaftsfaktor wird, wie die vorliegenden Zahlen belegen, zu Unrecht unterschätzt».

Jedoch besagen diese Zahlen auch noch etwas ganz anderes – und zwar, dass aus der Schlafstadt Zürich seit Mitte der 90er eine Nachtlebenstadt geworden ist und dass das Angebot die Nachfrage längst eingeholt hat. Brauchte man früher bloss einen Ghettoblaster in einen Luftschutzkeller zu stellen um die Leute in Scharen anzulocken, muss man heute polierte Ellenbogen, viel Knowhow und noch mehr Geduld mitbringen um im Nightlife zu reüssieren.

Insbesondere die Anzahl der Clubs ist seit den 90er Jahren exponentiell gestiegen. Egal in welchem Bereich man ein Lokal eröffnet, man ist von Konkurrenten umzingelt – es ist ein Haifischbecken. Dennoch denken immer noch viele ein Club sei eine Goldader von der man mit dem Hämmerchen bloss etwas Gestein runterklopfen muss, um sie offenzulegen.

Das ist blauäugig: Sämtliche erfolgreichen Zürcher Clubs werden von erfahrenen Gastronomen und Nightlife-Leuten geführt, die sich zuvor jahrelang intensiv in diesem Umfeld bewegt und sich so ein engmaschiges Netzwerk und viel Fachwissen erarbeitet haben – sie alle haben die Funktionalitäten ihres Geschäfts von der Pike auf gelernt. Nicht wenige Lokale gehören einer Inhaberschaft, die zuvor andere Gastronomiebetriebe lanciert hat.

Fälle wie jene der ehemaligen Stripclubs Haifisch Bar und King’s Club sind daher nichts weiter als logische Konsequenz: Beide Lokale hat man an Quereinsteiger und im Nightlife grösstenteils Unerfahrene übergeben und bei beiden wurde das Experiment bereits nach wenigen Monaten abgebrochen. Aus dem Haifisch wurde wieder ein Stripladen und im King’s Club kommt nun eine erfahrene Crew ans Ruder, die mehr Aussicht auf Erfolg hat.

Alex-Flach2-150x150 (1)Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft

Der Beitrag Ein Haifischbecken erschien zuerst auf Stadtblog.


Click: zum spannenden Originalbericht Ein Haifischbecken

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/08/22/41895/Ein Haifischbecken

Hoffentlich gibt es bald wieder einen Artikel zu diesem Topic.

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