Frische Zürcher- Neuigkeit: Bringt ein Burkaverbot mehr Sicherheit?

Lesenswerter Artikel über ein interessantes Zürcher Thema.

(Keystone/Gabriele Putzu)

Gefährliche Verhüllung: Viele betrachten die Burka als Sicherheitsrisiko. (Keystone/Gabriele Putzu)

Es geht vor allem um westliche Werte, abendländische Kultur und Religionsfreiheit. Doch weil es bei diesen Dingen kein objektives Richtig oder Falsch gibt, reden die Befürworter des Burkaverbots noch über etwas anderes: über Sicherheit, unsere Sicherheit.

Sechsmal fiel der Begriff «Sicherheit» in den kurzen Voten der beiden Befürworter Walter Wobmann (SVP, SO) und Roberta Pantani (Lega, TI) am Dienstag im Parlament, zweimal sprachen sie von Terrorismus. Niemandem dürfen Menschen in einer Burka zugemutet werden, bei denen unklar sei, «ob sie Mann oder Frau, harmlos oder gewalttätig, bewaffnet oder unbewaffnet sind», sagte Wobmann. Bei einer PR-Aktion auf dem Bundesplatz stellte Wobmann die Burka als typische Tarnung von Terroristen mit Sprengstoffgürteln dar.

Die Sicherheitslogik der Intellektuellen

Man könnte das als Geschmacklosigkeit abtun. Doch diese Logik taucht auch bei anderen Befürwortern des Verbots auf, und zwar bei Intellektuellen. Die französische Philosophin Elisabeth Badinter sagte dem «Tages-Anzeiger»: «Das Anti-Burka-Gesetz kommt mir in Zeiten des Terrorismus wie eine Selbstverständlichkeit vor. Es geht auch um Sicherheit.» Eric Gujer, Chefredaktor der NZZ, brachte die Burka mit den Terrororganisationen al-Qaida, Taliban und Islamischer Staat in Verbindung. «Um die Sicherheit» geht es auch den Schweizer Bischöfen, die sich vor zwei Wochen ebenfalls in die Debatte einbrachten.

Ein Burkaverbot bringt also Sicherheit vor islamischem Terrorismus? Bisher haben sich die Befürworter nicht die Mühe gemacht, einen Zusammenhang zu beweisen. Obwohl es sie gibt, die weiblichen Terroristinnen; Frauen, die sich verhüllt auf Märkten unter die Menschenmenge mischen und in die Luft sprengen. Zum Beispiel in Kamerun. Es handelt sich um Mädchen, acht, zehn oder zwölf Jahre alt, denen die Schergen der afrikanischen Terrororganisation Boko Haram Sprengstoffgürtel um den Bauch binden.

Burka als Sicherheitsrisiko?

Und in unseren Breitengraden? Eine Woche nach dem Bataclan-Attentat meldeten die Medien: Die erste europäische Selbstmordattentäterin heisst Hasna Aitboulahcen, 26-jährig, Französin mit marokkanischen Wurzeln. Sie wurde offenbar in kürzester Zeit radikalisiert, trug in den letzten Monaten ihres Lebens einen Gesichtsschleier und gewährte ihrem Cousin, dem Drahtzieher der Anschläge, Unterschlupf. Nur: In die Luft gesprengt hat sich Hasna Aitboulahcen gemäss jüngeren Erkenntnissen nicht. Sie starb durch den Sprengsatz eines anderen Attentäters.

Gab es je einen männlichen Selbstmordattentäter, der sich eine Burka überzog? So abstrus das scheint: Das gab es tatsächlich. Im Juli 2015 sprengte sich ein Mann in der zentralafrikanischen Republik Tschad in die Luft und tötete 14 Menschen. Wenige Wochen zuvor hatte die tschadische Regierung das Tragen von Burkas verboten – aus Sicherheitsgründen.

In Frankreich und Belgien existieren Burkaverbote, die entsetzlichen Anschläge konnten trotzdem nicht verhindert werden. Und die Attentäter von Paris, Nizza, Ansbach, Würzburg, Madrid und Brüssel waren alles Männer. Männer, die sich, wenn überhaupt, als Westler tarnten. Und die Befürworter erklären uns, beim Burkaverbot gehe es um Sicherheit, unsere Sicherheit, um Terrorismus, al-Qaida und den IS. Den Beweis, dass von verhüllten Frauen tatsächlich eine Gefahr ausgeht, bleiben sie bis heute schuldig.

Der Beitrag Bringt ein Burkaverbot mehr Sicherheit? erschien zuerst auf Politblog.


Hier: ZUR AUSSERORDENTLICH TOLLEN TEXTQUELLE Bringt ein Burkaverbot mehr Sicherheit?

http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/66179/bringt-ein-burkaverbot-mehr-sicherheit/Bringt ein Burkaverbot mehr Sicherheit?

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema Kunst voll und ganz gerecht zu werden.

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