Aus Zürich- aktuelle Meldung: Matura für alle

Topaktueller Text zu einer Zürcher Frage der heutigen Zeit.

(Keystone/Gaetan Bally)

Motivation kann man nicht voraussetzen: Eine Verlängerung der Schulpflicht erhöht die Chancengleichheit. (Keystone/Gaetan Bally)

Mit schöner Regelmässigkeit erscheinen Artikel, in denen Journalisten die mangelhafte Chancengleichheit im Bildungswesen für sich entdecken und «Skandal» schreien. Auf diese schrillen Töne aus den Medien reagieren die etablierten Bildungsforscherinnen und Experten entweder gar nicht oder ziemlich abgebrüht. Chancengleichheit sei halt ein Mythos, erklären sie müde lächelnd, da könne man nichts machen.

Ist dem wirklich so? Muss man tatenlos zusehen, wie Arbeiter- und Migrantenkinder viel weniger häufig ans Gymnasium kommen als Akademikerkinder? Sind einem in einer liberalen Gesellschaft die Hände gebunden?

Das sehen nicht alle so. Spannend ist zum Beispiel das Projekt «Chagall» des Zürcher Gymnasiums Unterstrass. Dort werden begabte und motivierte Sekundarschülerinnen und -schüler mit Migrationshintergrund auf die Gymiprüfung vorbereitet. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch es ist nicht genug. «Chagall» setzt nämlich eines voraus: Motivation. Und was ist mit jenen, die nicht wollen? Die lieber gamen und shoppen, statt zu büffeln? Sind die dann selber schuld? Nennen wir das dann «Eigenverantwortung»?

Es braucht eine Verlängerung der Schulpflicht

Man darf Motivation nicht einfach voraussetzen, schon gar nicht in diesem Alter. Man muss Wege suchen, um sie zu bilden. Es gilt, auch jene zu erreichen, die noch gar nicht wollen können. Beispielsweise, weil Bildung in ihrem Elternhaus keinen Wert darstellt. Chancengleichheit ist mehr als nur ein Angebot. Historisch gesehen drückt sie sich als Schulpflicht aus: Man muss in die Schule.

Es ist an der Zeit, hier einen Schritt weiterzugehen: Es braucht eine Verlängerung der Schulpflicht bis zur Volljährigkeit. Mit 15 Jahren auf Freiwilligkeit zu setzen, ist eine Überforderung für Teenager und macht sie zum Spielball ihrer sozialen Herkunft. Alle Jugendlichen in diesem Land sollen eine Matura machen: eine gymnasiale, eine Fach- oder eine Berufsmatura. Das bedeutet nicht zwingend, dass mehr Jugendliche ans Gymnasium müssen. Man kann weiterhin eine Lehre machen – aber die Berufsmatura ist nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht. Der Anteil Schule in der Lehre muss entsprechend ausgebaut werden, dabei stehen die allgemeinbildenden Fächer im Vordergrund.

Aufwertung der Lehre

Diese Verlängerung der Schulpflicht bis 18 wertet die Lehre auf. Sie wird zu einer echten Alternative zum Gymnasium. Die Frage, ob Gymi oder Lehre, verliert an Bedeutung, denn in jedem Fall steht am Ende des Wegs eine Matura. Eine Abstufung des Niveaus für die schulisch Schwächsten ist denkbar, doch als Regelfall gilt: Das allgemeine Bildungsniveau wird angehoben. So bleiben unsere Jungen konkurrenzfähig. Mit ihrem Bildungsvorsprung sind sie besser gewappnet für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts: Strukturwandel, Automatisierung, Migration. Massnahmen wie ein Inländervorrang erübrigen sich.

So wie das erste Schulgesetz 1832 zum Unwillen vieler die Schulpflicht einführte und damit einen ersten Schritt Richtung Chancengleichheit tat, wird die Erweiterung der Schulpflicht bzw. die Maturapflicht die Chancengleichheit weiter verbessern.

Der Beitrag Matura für alle erschien zuerst auf Politblog.


Klick HIER: zum umfassenden Originalbericht Matura für alle

http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/66194/matura-fuer-alle/Matura für alle

Hoffentlich kommmt bald wieder ein Bericht zu diesem Thema

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