Aus Zürich – aktuelle Neuigkeit: Die Uetliberg-Grussregeln

Sehr fundierter Artikel, die für das Lesen investierte Zeit lohnt sich für alle die sich für Zürich interessieren.

Schaad Märkli bellevue Stehsatz Autor: Thomas Wyss

Es heisst, Wissen sei Macht, und das zu Recht. Weniger geläufig ist die Phrase «Halb­wissen ist Ohnmacht» – was seltsam ist, da dieser Zustand (wenns überhaupt ein Zustand ist, vielleicht ist es ja eher eine kaputte Sprosse auf der Evolutionsleiter oder, moralischer, eine Schande) deutlich stärker verbreitet ist.

Jedenfalls musste diese Gebrauchsanleitung jüngst am eigenen Leib erfahren (ein bös verpatztes Sprachbild, stimmt, doch ein besseres wollte schlicht nicht gelingen), wie ohnmächtig Halbwissen machen kann, als sie sich weiterbilden wollte (aus vorauseilenden Spargründen übrigens diesmal nicht in der Migros-Klubschule, sondern gratis, im Internet, dafür aber getreu dem alten Hippie-Motto ­«Treiben und treiben lassen»). Und sich da plötzlich mit der «Black Swan Theory», einem chemischen Stoff namens Bitrex, dem Satz «Disruption ist der neue Normalzustand» und dem «Dull Men’s Club» konfrontiert sah.

Abgesehen davon, dass dieser britische Männerbund für temporäre Erheiterung sorgte (seine Mitglieder sammeln leere Milchflaschen, fotografieren Briefkästen, schauen zu, wie Brotteig aufgeht, und mögen generell Objekte, die grau sind), endete der Bildungstrip mangels Durchblick im Frust, der so sumpfig war, dass er die Stimmung tief und tiefer hinabsog. Die Theorie vom Schwarzen Schwan schien voller Widersprüche, wozu Bitrex gut sein soll (ausser Kids vom Naschen von Badreinigern, Weichspülern etc. abzuhalten), blieb ein Rätsel, und warum Disruption als Innovation gilt, obwohl der Begriff beschreibt, wie ein Gleichgewicht zerstört wird, wie bestehende Dienstleistungen, Produkte oder Technologien verdrängt werden, war auch nicht wirklich nachzuvollziehen.

Dumm gelaufen. Drum machen wir halt da weiter, wo wir letzten Samstag aufgehört haben: mit Zürcher Gruss­regeln. Jene für die Vespafahrer kamen ja ziemlich gut an, mal abgesehen von der fehlenden Sensibilität gegenüber dieser Abgassache. Doch das Manko ist behoben, das heute präsentierte Salutieren ist absolut umweltfreundlich, man praktiziert es auf unserem Hausberg, dem «Uetsgi» (wobei es auch auf Bachtel, Hörnli, Irchel und Pfannenstiel übertragen werden kann).uetliberg_bild

Zuerst wiederum der allgemeine Grundsatz: Als Spaziergänger grüsst man keine Jogger und Mountainbiker! (um sie nicht aus dem Atemrhythmus zu bringen, sie könnten sonst stürzen). Weiter gilt: Der jüngere grüsst den älteren Passanten zuerst, aber niemals per Handschlag, High Five oder Hug! Hüte (oder Baseball-Caps, Beanies, Burkas etc.) müssen zum Grusse nicht zwingend angehoben werden. Essenziell jedoch ist, das «Grüezi!» nicht zu murmeln (Stichwort defekte Hörgeräte!), sondern mit plus/minus 60 Dezibel – das ist ungefähr so laut wie eine Nähmaschine – zu artikulieren.

Letzter heikler Punkt, die Prominenz: Wenn man solcher begegnet – beispielsweise dieser berühmten Sängerin –, ja kein Holdrio veranstalten (kein Kreischen, keine Autogramm- oder «Können wir bitte-bitte ein Selfie machen!»-Wünsche), sondern knapp, aber respektvoll sagen: «Grüezi Frau Törner, haudujudu?» Eine Ausnahme zu dieser Regel ist Stadtrat Leuten­egger, ihn darf man getrost duzen (wir Journis wissen das, er duzt uns alle).

Der Beitrag Die Uetliberg-Grussregeln erschien zuerst auf Stadtblog.


Hier: ZUR AUSSERORDENTLICH TOLLEN QUELLE DES TEXTES Die Uetliberg-Grussregeln

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/10/22/regeln-und-regeln/Die Uetliberg-Grussregeln

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema Kunst voll und ganz gerecht zu werden.

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