Topaktuelle Zürich – Nachricht: SRG-Inhalte für alle Kanäle

Dieser Bericht bringt es präzis auf den Punkt!

(Keystone/Jean-Christophe Bott)

Für den Service public der Zukunft ist das Internet unverzichtbar. (Keystone/Jean-Christophe Bott)

Seit dem Abstimmungskampf zum RTVG laufen die Diskussionen zum medialen Service public heiss. Die meisten Politiker sind wie ich in einem überschaubaren Medienumfeld aufgewachsen. Es gab Zeitungen, Radio und Fernsehen, wobei Radio und Fernsehen fast ausschliesslich in staatlicher Hand waren. Inzwischen hat sich die Medienlandschaft aber rasant entwickelt, die digitale Revolution hält auch im Medienbereich Einzug. Die Verbreitung von Bild und Ton kostet dank Internet massiv weniger als früher. Zeitversetzter Konsum wird zur Gewohnheit. Traditionelle Medienanbieter stehen unter grossem Druck, neue sind entstanden. Immer grössere Teile der Werbegelder fliessen zu Google, Facebook und anderen Giganten ins Ausland ab. Die SRG-Programme werden insbesondere von jungen Leuten nicht oder zu wenig konsumiert, zu stark ist die ausländische Konkurrenz. SRG, Swisscom und Ringier reagieren mit der unausgereiften Werbeallianz Admeira und werden vom Bundesverwaltungsgericht zu Recht zurückgepfiffen.

Diese Spannungsfelder führen aktuell zu einer intensiven politischen Diskussion über die Zukunft des medialen Service public, mit der SRG im Fokus. Einerseits sollen die gebührenfinanzierten Inhalte so verbreitet werden, dass sie möglichst viele Personen erreichen. Dazu ist das Internet in Zukunft unverzichtbar. Andererseits sollten die privaten Medien von der SRG in möglichst geringem Masse konkurrenziert werden. Der sogenannten «Subsidiarität» muss also mehr Beachtung geschenkt werden. Auf den ersten Blick scheinen sich diese Ziele zu widersprechen. Nicht aber, wenn man sich vom heutigen System löst, in welchem die gebührenfinanzierten Inhalte fast ausschliesslich durch die SRG verbreitet werden.

Mediale Innovation dank Open Content

Deshalb habe ich im Nationalrat eine Interpellation zu diesem Thema eingereicht. Ich bin überzeugt, dass ein Open-Content-System für gebührenfinanzierte Inhalte zu konsumentenfreundlichen Angeboten und mehr Medienvielfalt führen würde. Die SRG soll ihre Radio- und TV-Programme wie bisher unabhängig erstellen und verbreiten. Nach der Erstverbreitung durch die SRG sollen die Inhalte den privaten Medien aber kostenlos zur Zweitnutzung zur Verfügung gestellt werden.

Mit diesem System können die Inhalte durch die privaten Medienanbieter mit eigenen Berichterstattungen und weiteren Zusatzdiensten ergänzt, regional oder thematisch neu gebündelt und in spezialisierte Programme eingebettet werden.

Statt Einfalt würde mediale Innovation mit hoher journalistischer Qualität entstehen. Wenn zum Beispiel der «Kassensturz» einen Beitrag zu einer Firma aus der Region Zürich macht, muss es möglich sein, dass ein Zürcher Regionalfernsehen den Beitrag ausstrahlt und durch eigene Recherchen sowie Interviews anreichert. So könnten neue Zielgruppen angesprochen und die Reichweite der gebührenfinanzierten Medienproduktionen erhöht werden.

Leider verläuft die Debatte zum Service public bislang kleinlich. Von rechts möchte man der SRG das Budget halbieren und ihr trotz verändertem Konsumverhalten die Entfaltung im Internet ganz verbieten. Auch von links werden Reformen in Richtung von mehr Wettbewerb oder die Anpassung an die technologische Entwicklung abgeblockt, weil man eine Schwächung der SRG befürchtet.

Statt dieses ideologischen Stillstands müssen wir endlich einen Schritt nach vorne wagen. Die digitale Revolution ist auch im Medienbereich in vollem Gange, ich sehe darin viel Positives. Mit einer SRG als Open-Content-Anbieterin bietet sich die Chance für mehr Wettbewerb und Vielfalt in der Schweizer Medienlandschaft.

Der Beitrag SRG-Inhalte für alle Kanäle erschien zuerst auf Politblog.


Hier: ZUM GUT GELUNGENEN ORIGINALTEXT SRG-Inhalte für alle Kanäle

http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/66310/srg-inhalte-fuer-alle-kanaele/SRG-Inhalte für alle Kanäle

Dem Author ist es gelungen ein schwieriges Thema ansprechend und interessant zu besprechen

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