Frisch aus Zürich – topaktuell: «Der Neger ist der Täter»

Topaktueller Text zu einer Zürcher Frage der heutigen Zeit.

Kontrolle aufgrund von Racial Profiling: Mohamed Wa Baile wirft Polizisten vor, sie hätten ihn nur aufgrund seiner Hautfarbe angehalten. Bild: Reto Oeschger

Kontrolle aufgrund von Racial Profiling: Mohamed Wa Baile wirft Polizisten vor, sie hätten ihn nur aufgrund seiner Hautfarbe angehalten. Bild: Reto Oeschger

Natürlich haben wir in der Schweiz keine amerikanischen Verhältnisse. Es werden keine schwarzen Mitbürger oder ethnische Minderheiten auf der Strasse erschossen. Aber bei den Kontrollen der Stadt- und Kantonspolizei (Hauptbahnhof und Flughafen), ist Racial Profiling etwas alltägliches, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.

Wieder einmal verpasste es ein Richter, dieses Verhalten der Polizei exemplarisch zu beurteilen. Im Falle des 42-jährigen Mohamed Wa Baile entschied sich der Einzelrichter, den Hintergrund der misslungenen Kontrolle zu ignorieren.

«Racial Profiling» heisst nicht, dass alle Polizisten Rassisten sind. Nicht mal denjenigen, die unbewusst Menschen nach ihrer Herkunft auswählen und kontrollieren, müssen etwas gegen fremde oder dunkelhäutige Menschen haben. Es ist aber so, dass sie diese Menschen nicht nach deren Verhalten, sondern eben unbewusst oder bewusst nach deren ethnischen Zugehörigkeit beurteilen.

Verantwortliche führen an, dass gewisse Kriminalitätsmuster eher von einer bestimmten Ethnie begangen werden, was Kontrollen nach Hautfarbe wohl rechtfertigen soll:

Max Hofmann vom Verband der Schweizer Polizeibeamten sieht keinen Handlungsbedarf: «Die Polizei bekämpft kriminelle Phänomene, und wenn wir wissen, dass die Dunkelhäutigen beispielsweise den Kokainhandel in den Händen haben, dann kann es nicht angehen, dass wir noch zehn Weisse kontrollieren, nur weil es politisch korrekt ist.»

Dass der Kokainhandel an der Langstrasse in der Hand von Schwarzen ist, mag stimmen. Das berechtigt aber nicht zum Umkehrschluss der Idioten: «Diese Drogendealer sind schwarz, also sind alle Schwarzen Drogendealer». Das ist eben genau das, was «Racial Profiling» ausmacht: Wenn die ethnische Zugehörigkeit zu einem Anfangsverdacht ausreicht. Statistisch mag das im Falle der Kokaindelikte hinkommen. Aber die Polizei hat in erster Linie die Aufgabe, die Rechte des Einzelnen zu schützen. Und dieser «Einzelne» ist nun mal auch der dunkelhäutige Mitbürger. Er kann nicht in Sippenhaft für Verbrechen anderer Leute mit gleicher Hautfarbe genommen werden. Das führt unseren Rechtsstaat ad absurdum.

Das wäre das Gleiche, wie wenn in Thailand und Kambodscha jeder Europäer erst mal als kranker, pädophiler Sextourist kontrolliert würde, da 99 Prozent der verurteilten Pädophilen in Südostasien weisse Europäer sind. Ihr seht, das «Racial Profiling» lässt sich auch umkehren.

Aber zurück in die Stadt: Es gibt keine Zahlen der Stapo oder der Kapo, wie oft sie mit Kontrollen von dunkelhäutigen Mitbürgern falsch lagen. Soweit ich weiss, gibts nicht mal Zahlen, wie oft überhaupt Menschen kontrolliert und ohne Befund weitergeschickt wurden.

Was ich aber sagen kann, ist, dass alle meine dunkelhäutigen Bekannten die Erfahrung einer ungerechtfertigten Kontrolle gemacht haben. Von meinen weissen Bekannten kennt das kaum einer.

Vielleicht sollten unsere Polizisten etwas besser geschult werden. Nicht in Kriminalistik, aber in Psychologie. Damit würden sie vielleicht nicht unbedingt besser Verbrecher erkennen. Aber vielleicht könnten sie die eigenen unterschwelligen Einschränkungen besser verstehen und ihnen nicht einfach folgen.

Der Beitrag «Der Neger ist der Täter» erschien zuerst auf Stadtblog.


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http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/11/08/der-neger-ist-der-taeter/«Der Neger ist der Täter»

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

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