Aus Zürich – aktuelle News: Retten wir den Pudel!

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

Schaad Märkli bellevue Stehsatz Autor: Thomas Wyss

Eine normale Gebrauchsanleitung schafft es, das Unbeschreibliche zu beschreiben, das Unfassbare fassbar zu machen. Diese Gebrauchsanleitung ist anders. Darum findet sie keine eigenen Worte zum Tode dieses begnadeten, feinen Kumpels; der Schmerz, unbeschreiblich und unfassbar, hat ihr die Sprache verschlagen. So kann sie nur wiedergeben, was andere schrieben, knapp, aber herzlich, am Donnerstagabend, auf einem Transparent in der Südkurve des Letzigrunds, als allerletzte Sprechblase seiner eigenen Comicfigur Stan the Hooligan: «Ciao Badoux».

So viel zur Mitteilung in eigener Sache, damit zum heutigen Thema. Auch dafür brauchen wir erst einmal fremde Worte, konkret den ewigen Leitsatz des Schankwirts vom El Lokal (das ist da, wo der Tod von der Decke baumelt, Maradona nicht nur Gottes Hand und Livemusik ein Synonym für Leidenschaft ist, FCZ-Fans einen GC-Schal respektieren und wo nicht die Wichtigen, sondern die Richtigen sich treffen, um das Leben und seine Opfer, die Verwundeten und Verstorbenen, zu ehren und zu feiern), und dieser Leitsatz heisst: «Gutes tun.»

Dieses Gute wollen wir heute für einen Pudel tun. Wer jetzt denkt, wir würden den Slogan «Züri-Hünd sind Fründ» reanimieren, der uns 1988 mit auf den Weg gegeben wurde, um jedes Mal, wenn wir in einen sämigen Kothaufen trampten – damals waren Robidogs in der Stadt noch ähnlich dünn gesät wie Edelweiss im Gebirge –, den Ärger grossmütig wegzulächeln, denkt falsch. Und es geht auch nicht um die kleinen weissen Pudel aus dem tollen Kleenex-Song «Nice», die Rosarot mögen und Hellblau tragen. Nein, der Pudel, dem wir Gutes tun wollen, lebt in Hamburg – in jener Stadt also, in der sich unterschiedlichste Zürcher aus unterschiedlichsten Gründen heimischer fühlen als zu Hause. Und einer der Gründe ist ebendieser Pudel.

Der ist allerdings gar kein Vierbeiner, vielmehr ists ein Etablissement, das mit vollem Namen Golden Pudel Club heisst. Und wiederum kein Club um des Clubbings willen ist, sondern – hier schliesst sich der Kreis – quasi ein Seelenbruder des El Lokal: eine Insel nahe am Wasser gebaut (nicht gefühlsmässig, architektonisch, die Adresse lautet Fischmarkt 27, St. Pauli), auf der unter subversiver Regie von Rocko Schamoni und mit viel «Good Noise» und Bier getan wird, was getan werden muss, um das irdische Dasein ein bisschen himmlischer zu machen.

goldenpudelclub

Der ausgebrannte Golden Pudel Club

Manchmal jedoch versucht sich das Schicksal in Ironie. Also hat es (in Gestalt zeuselnder Nachtbuben, wie man vermutet) im Februar diesem Ort des blühenden Lebens den Tod gebracht, sprich: Das Gebäude ist zutiefst brandgeschädigt. Nach dem rechtlichen Hickhack steht inzwischen aber fest, dass der Pudel wieder auf(er)stehen darf, kann, muss – oder wies die Hausherren sagen: «Pump up the Pudel!»

Für die Rettung braucht es ein Häufchen Geld. Unser Vorschlag: eine Monatsspende für den WWF, Greenpeace, das Tierheim Pfötli oder was auch immer ausfallen lassen – und diesen Betrag stattdessen an den Golden Pudel Club (Infos: http://www.pudel.com) überweisen. Damit wir Zürcher in Hamburg, wo heute die 800 Millionen Euro teure Elbphilharmonie von Herzog & De Meuron eröffnet wird, auch künftig ein (El) Lokal haben, das uns Heimat ist.

Der Beitrag Retten wir den Pudel! erschien zuerst auf Stadtblog.


Klick HIER: ZUM GANZEN ORIGINALBERICHT Retten wir den Pudel!

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2016/11/05/retten-wir-den-pudel/Retten wir den Pudel!

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

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