Betrifft Zürich: AKW: Die Zeit ist reif

Ein lesenswerter Artikel zum Thema “Zürich”

Greenpeace-Aktivisten haengen Transparente mit der Aufschrift "The End", auf, am AKW Beznau bei Doettingen AG, am Mittwoch 5. Maerz 2014. Aktivisten von Greenpeace sind am Mittwochmorgen in das Gelaende des AKW Beznau der Axpo eingedrungen und verlangen die sovortige Einstellung des AKW Beznau. (KEYSTONE/Urs Flueeler)....Greenpeace activists hang banners saying "The End", on the face of a building of the Nuclear power plant Beznau near Doettingen, Switzerland, Wednesday, 05. March2014. Greenpeace demands the immediate closure of the 45 years old power plant. (KEYSTONE/Urs Flueeler)....

Löcher im Stahl: Das AKW Beznau ist schon länger im Visier der Atomgegner (Aufnahme von 2014). Foto: Keystone

Neue Atomkraftwerke will keiner mehr. Selbst der Präsident der Atomlobby hat dem AKW-Neubauverbot im Parlament zugestimmt. Aber auch die fünf alten AKW sind eine Last. Zuerst wollten die Betreiber ihre Rostlauben den Franzosen schenken, jetzt soll sie der Staat übernehmen. Denn das Geld für Unterhalt, Jodtabletten und steigende Atommüllkosten fehlt. Sogar der Chef der Atomaufsicht warnte das Parlament vor steigenden Risiken. Er blieb ungehört. Die Zeit ist reif, diesem Pokerspiel ein Ende zu bereiten. Der Einsatz – das Restrisiko eines Atomunfalls – ist schlicht zu hoch.

Mit dem Alter steigt das Risiko, am stärksten in den letzten Betriebsjahren. Und genau da sind wir heute in Beznau und Mühleberg. Gebaut für 30 Jahre, in Betrieb seit über 45 Jahren! Nachrüstungen helfen nur bedingt, weil das Herzstück der Reaktoren, der Reaktordruckbehälter, nicht ausgetauscht werden kann. Und genau am Herzen sind unsere alten AKW krank: Mühleberg hat Risse im Kernmantel, Beznau hat Löcher im Stahl, und in Leibstadt rosten die Brennelemente. Die Initiative reduziert diese Alterungsrisiken dank fixer Laufzeiten. Sie sorgt dafür, dass die alten AKW nicht auf «Teufel komm raus» ausgefahren werden. Das ist, was auch unsere Atomaufsicht eigentlich will – und Deutschland längst getan hat: Drei Monate nach Fukushima wurden dort die sieben ältesten Reaktoren vom Typ Mühleberg/Beznau aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Alte AKW gefährden die Versorgungssicherheit

Unser überalterter AKW-Park wird immer unzuverlässiger. Während Bundesrätin Leuthard im Parlament das gefährliche Mantra «sie laufen, solange sicher» mehrheitsfähig machte, fand der Atomausstieg bereits von selber statt. Im letzten Sommer fielen alle fünf AKW zugleich aus. Letzten Winter fehlten Beznau I + II, und diesen Winter müssen wir ohne Leibstadt und Beznau I auskommen. Plötzliche Ausfälle von grossen Reaktorblöcken sind versorgungstechnisch schwerer zu meistern als die Umsetzung der Atomausstiegsinitiative, die den Atompark schrittweise bis 2030 vom Netz nimmt.

Nicht nur für unsere Stromversorgung sind die AKW ein Klumpenrisiko. Auch für die Bilanzen von Axpo & Co. Rentiert hat das AKW-Geschäft noch nie. Stets wurde es von der Wasserkraft quersubventioniert. Die Kosten für Stilllegung und Entsorgung wurden in die Zukunft verschoben. Eine Zukunft, die jetzt langsam zur Gegenwart wird: rote Zahlen trotz geschönten Jahresrechnungen und weitere 50 bis 100 Milliarden für das dicke Atommüll-Ende. Erst ein Bruchteil davon ist angespart. Die fünf AKW drohen ihre drei staatlichen Betreiber in den Ruin zu treiben. Kein Wunder, würden sie die Werke am liebsten dem Bund überlassen.

Die Weichen jetzt auf Zukunft stellen

Die Schweiz ist voller Energie. Aber wir haben die Förderung der erneuerbaren Ersatzkraftwerke bisher verschlafen. Europaweit gehören wir zu den Schlusslichtern, was den Zubau an Sonnen-, Wind- und Biomasse-Strom anbelangt. Grund für diese Stagnation ist die Politik. Sie hat bisher nicht entschieden, wohin die Reise gehen soll. Das holt die Ausstiegsinitiative nach. Sie regelt den Atomausstieg verbindlich in der Verfassung und sorgt dafür, dass unsere Energie-Potenziale ausgeschöpft werden. Das Atomstrom-Drittel wird bis 2030 durch saubere einheimische Kraftwerke ersetzt. Das ist übrigens auch fürs Klima das Beste und erklärt, weshalb auch alle Umweltverbände diese Initiative unterstützen.

Die Zeit ist überreif, die Weichen jetzt auf Zukunft zu stellen. Sagen sie JA zu einem verbindlichen Atomausstieg am 27. November. Danke.

Der Beitrag AKW: Die Zeit ist reif erschien zuerst auf Politblog.


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http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/66467/kernkraft-die-zeit-ist-reif/AKW: Die Zeit ist reif

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

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